Inter­view mit Solveig Heim­lich, Mit­glied des Vor­stan­des der SOFTTECH AG und Chris­toph Heim­lich, Geschäfts­füh­rer der SOFTTECH con­sen­so GmbH

Neu­stadt, 15. Novem­ber 2021: Die SOFTTECH AG fei­ert in die­sem Jahr ihr 35-jäh­ri­ges Jubi­lä­um. Solveig Heim­lich, die Toch­ter des Fir­men­grün­ders und ihr Mann Chris­toph Heim­lich spre­chen über die Bedeu­tung von BIM und über Neu­es und Bewähr­tes im Unternehmen.

ST (SOFTTECH): BIM war schon bei der Fei­er zum 30-jäh­ri­gen ein gro­ßes The­ma. Wie sieht es heu­te aus?

Solveig Heim­lich: BIM (Buil­ding Infor­ma­ti­on Model­ling) beschäf­tigt uns schon seit den frü­hen 90er Jah­ren. Damals nann­ten wir es noch BIN (Buil­ding Infor­ma­ti­on Net­work). Es beschrieb die Mög­lich­keit, Infor­ma­tio­nen, wie zum Bei­spiel Mate­ri­al­be­schaf­fen­heit, Brand­schutz­klas­se oder Kos­ten­grup­pen, an ein gra­fi­sches Ele­ment zu hän­gen. Das funk­tio­nier­te mit unse­rer CAD-Soft­ware SPIRIT. Mit­te der 90er kam AVANTI für die Aus­schrei­bung, Ver­ga­be und Abrech­nung (AVA) hin­zu. Zwi­schen den bei­den Lösun­gen pro­gram­mier­ten wir eine direk­te Schnitt­stel­le und so ent­stand unser Slo­gan „Design trifft Kalkulation“.
Seit den 90er-Jah­ren haben wir auch wei­te­re Pro­duk­te in den deut­schen Markt ein­ge­führt, wie zum Bei­spiel Sketch­Up, scaff­max und Pro­jekt­ma­nage­ment-Soft­ware. Bis heu­te ist es unser Anspruch, den Daten­aus­tausch zwi­schen eige­nen und Fremd­pro­duk­ten mög­lichst umfas­send und rei­bungs­los zu gestal­ten. Das ist für uns die idea­le Umset­zung der BIM-Metho­de in der heu­ti­gen Zeit.

ST: Ist die Bau­bran­che heu­te BIM-fähig?

Chris­toph Heim­lich: Ja und nein. In grö­ße­ren Archi­tek­tur- und Inge­nieur­bü­ros hat die Metho­de sicher­lich Ein­zug gehal­ten. Hier wer­den alle Pro­jek­te durch­ge­hend digi­ta­li­siert und Infor­ma­tio­nen blei­ben vom Ent­wurf bis zur Gebäu­de­in­stand­hal­tung ver­füg­bar. Das Gros in Deutsch­land sind jedoch mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men und hier steckt BIM oft noch in den Anfän­gen. Auch für sie wird es zukünf­tig wich­tig sein, effi­zi­en­ter mit ande­ren in Bau­pro­jek­ten zusam­men­zu­ar­bei­ten. Vor­aus­set­zung dafür ist, dass Soft­ware­lö­sun­gen ver­schie­de­ner Her­stel­ler mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren können.

ST: Liegt die Her­aus­for­de­rung also in „open BIM“?

Solveig Heim­lich: Her­stel­ler­un­ab­hän­gi­ge Schnitt­stel­len, wie das IFC-For­mat, sind heu­te und in Zukunft sehr wich­tig. Unser Ent­wick­ler-Team hier in Neu­stadt legt daher sehr viel Wert dar­auf, die­se und ande­re Schnitt­stel­len kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern. Archi­CAD und AVANTI sind hier ein gutes Bei­spiel. Wir ent­wi­ckeln aber auch direk­te Schnitt­stel­len, zum Bei­spiel für Revit. Grund­sätz­lich sind unse­re Pro­duk­te mit fast allen Lösun­gen auf dem Markt kompatibel.

ST: Was sind die Haupt­ar­gu­men­te, war­um ein mit­tel­stän­di­sches Unter­neh­men in der Bau­bran­che BIM-fähig sein sollte?

Solveig Heim­lich: Es ist zukunfts­fä­hi­ger, ins­be­son­de­re wenn es um Wett­be­wer­be und öffent­li­che Aus­schrei­bun­gen geht. Und BIM macht die Pro­jek­te bere­chen­ba­rer. Denn Kos­ten las­sen sich bereits früh kal­ku­lie­ren, wenn man sich anfangs schon Gedan­ken dar­über macht, wel­che Bau­tei­le kon­kret zum Ein­satz kom­men. Außer­dem erspart die BIM-Metho­de gegen Ende Dis­kus­sio­nen zwi­schen Auf­trag­ge­bern und ‑neh­mern, weil die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge eben­so wie die Ent­ste­hung der Kos­ten immer nach­voll­zieh­bar und trans­pa­rent sind.

ST: Was soll­te ein Unter­neh­men beach­ten, das BIM machen möchte?

Chris­toph Heim­lich: Auch hier gibt es kei­ne pau­scha­le Ant­wort. Des­halb bie­ten wir auch BIM-Con­sul­ting an und schau­en uns gemein­sam mit den Kun­den an, was bereits an Soft­ware da ist und was wirk­lich gebraucht wird, um die eige­nen Pro­zes­se abzu­bil­den. Da unse­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen vom Fach sind, ken­nen sie die Abläu­fe in den Büros. Sie kön­nen unab­hän­gig davon, wel­che CAD- und AVA-Lösun­gen vor­han­den sind, indi­vi­du­ell beraten.
Zual­ler­erst ist BIM aber eine Ent­schei­dung, die von den Men­schen abhängt. Ein Büro muss sich ganz bewusst dafür ent­schei­den nach der BIM-Metho­de arbei­ten zu wol­len, Zeit und Geld zu inves­tie­ren und die Mit­ar­bei­ter dahin­ge­hend schu­len zu las­sen. Dann wird BIM auch ein Erfolg!

ST: Wie schät­zen Sie das The­ma Digi­ta­li­sie­rung im Hand­werk ein?

Chris­toph Heim­lich: Das Hand­werk ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Bau­bran­che und gera­de hier ist die Digi­ta­li­sie­rung noch nicht weit vor­an­ge­schrit­ten. Des­halb set­zen wir momen­tan auch viel Ener­gie in die Ent­wick­lung ent­spre­chen­der Pro­duk­te. Wir machen das auf Basis web­ba­sier­ter Tech­no­lo­gien, was für uns vor ein paar Jah­ren auch Neu­land war. Die SOFTTECH reagiert damit auf die Anfor­de­run­gen des Mark­tes, dass Infor­ma­tio­nen zu Pro­jek­ten auch mobil auf Tablet oder Han­dy immer ver­füg­bar sein müssen.
Unse­re neus­te Ent­wick­lung, scaffmax®NETZWERK, ist daher eine web­ba­sier­te Lösung, bei der Gerüst­bau­er immer und von über­all auf ihre gesam­ten Daten zugrei­fen kön­nen. Alle Infor­ma­tio­nen aus der Pla­nung, Kal­ku­la­ti­on oder auch Zeit­er­fas­sung lau­fen hier zusam­men, wer­den aus­ge­wer­tet und wei­ter­ver­wen­det. Die­se Lösung ist in Zukunft pro­blem­los adap­tier­bar für ande­re Handwerksbereiche.
Außer­dem schließt sich auch wie­der der Kreis zur Schnitt­stel­le zwi­schen Gra­fik und Kal­ku­la­ti­on, denn die Infor­ma­tio­nen aus der Pla­nung sind Grund­la­ge für alle wei­te­ren Pro­zes­se. Und die Lösung ist offen für exter­ne Soft­ware, weil sich deren Daten impor­tie­ren, ver­ar­bei­ten und expor­tie­ren lassen.

ST: Soft­ware ist heut­zu­ta­ge sehr viel­sei­tig und für ver­schie­de­ne Zwe­cke ver­wend­bar. Brau­chen die Anwen­der so vie­le Möglichkeiten?

Solveig Heim­lich: Wir als Her­stel­ler sind selbst­ver­ständ­lich bemüht, allen Anfor­de­run­gen gerecht zu wer­den und ein brei­tes Port­fo­lio anzu­bie­ten. Wir sehen aber auch ganz klar den Trend dahin, Soft­ware als einen Ser­vice (SaaS) anzu­bie­ten. Das heißt zum Bei­spiel bei scaffmax®NETZWERK, das Pro­gramm ist modu­lar auf­ge­baut. Im Prin­zip ist es erst ein­mal eine Daten­samm­lung und Gerüst­bau­er kön­nen Kal­ku­la­ti­on, Kun­den­ma­nage­ment oder auch die CAD-Soft­ware dazu­bu­chen. Sie zah­len nur für das, was sie wirk­lich brau­chen und nutzen.

ST: Mit Ihnen bei­den fin­det gera­de ein Genera­ti­ons­wech­sel bei der SOFTTECH statt. Was wol­len Sie verändern?

Solveig Heim­lich: Die Ver­än­de­run­gen began­nen bereits vor ziem­lich genau drei Jah­ren, als wir in unse­re Räum­lich­kei­ten in die Lin­den­stra­ße in Neu­stadt gezo­gen sind. Wir haben den Umzug genutzt, um Grund­le­gen­des an unse­rer Arbeits­wei­se zu ändern, fri­schen Wind rein­zu­brin­gen. Mobi­les und fle­xi­bles Arbei­ten war damals schon erwünscht und wir haben alle Mit­ar­bei­ten­den mit ent­spre­chen­dem tech­ni­schem Equip­ment aus­ge­stat­tet. Als dann der Lock-down kam, konn­ten wir sofort alle im Home­of­fice weiterarbeiten.
Das letz­te Jahr hat uns gezeigt, dass es nicht wich­tig ist, von wel­chem Ort die Exper­ti­se in unser Team kommt, son­dern dass die Zusam­men­ar­beit unter uns allen rei­bungs­los funk­tio­niert. Das größ­te Pro­jekt ist, unse­re Soft­ware zukunfts­fä­hig zu ent­wi­ckeln, indem wir auf neue Tech­no­lo­gien setzen.

Mein Vater, Die­ter J. Heim­lich, hat uns in den letz­ten drei Jah­ren immer bera­tend zur Sei­te gestan­den und wird das auch in Zukunft als Vor­stands­mit­glied der SOFTTECH AG tun. Heu­te fokus­siert er sich aus­schließ­lich auf die Soft­ware-Ent­wick­lung und gibt sein Know-how weiter.

Solveig Heim­lich: Die Ver­än­de­run­gen began­nen bereits vor ziem­lich genau drei Jah­ren, als wir in unse­re Räum­lich­kei­ten in die Lin­den­stra­ße in Neu­stadt gezo-gen sind. Wir haben den Umzug genutzt, um Grund­le­gen­des an unse­rer Arbeits-wei­se zu ändern, fri­schen Wind rein­zu­brin­gen. Mobi­les und fle­xi­bles Arbei­ten war damals schon erwünscht und wir haben alle Mit­ar­bei­ten­den mit ent­sp­re-chen­dem tech­ni­schem Equip­ment aus­ge­stat­tet. Als dann der Lock-down kam, konn­ten wir sofort alle im Home­of­fice weiterarbeiten.
Das letz­te Jahr hat uns gezeigt, dass es nicht wich­tig ist, von wel­chem Ort die Exper­ti­se in unser Team kommt, son­dern dass die Zusam­men­ar­beit unter uns allen rei­bungs­los funk­tio­niert. Das größ­te Pro­jekt ist, unse­re Soft­ware zukunfts-fähig zu ent­wi­ckeln, indem wir auf neue Tech­no­lo­gien setzen.
Mein Vater, Die­ter J. Heim­lich, hat uns in den letz­ten drei Jah­ren immer bera-tend zur Sei­te gestan­den und wird das auch in Zukunft als Vor­stands­mit­glied der SOFTTECH AG tun. Heu­te fokus­siert er sich aus­schließ­lich auf die Soft­ware-Ent­wick­lung und gibt sein Know-how weiter.

Chris­toph Heim­lich: Neben aller Ver­än­de­rung wol­len wir auch die Wer­te des Unter­neh­mens wah­ren. Das ist zum einen die Ehr­lich­keit gegen­über unse­rem Team und unse­ren Kun­den. Und zum ande­ren die Neu­gier, The­men und Her­aus-for­de­run­gen auf­zu­spü­ren, die unse­re Kun­den beschäf­ti­gen und dafür Lösun­gen anbie­ten. Als Team SOFTTECH haben wir zum Ziel, auch die nächs­ten 35 Jah­re in der Bau­soft­ware-Bran­che mitzugestalten!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter: www.softtech.de

Solveig Heim­lich und Chris­toph Heim­lich, das neue Führungsduo bei der SOFTTECH AG (Quel­le: SOFTTECH AG)

Über SOFTTECH
Die SOFTTECH AG ist ein inhabergeführtes Unter­neh­men für bau­spe­zi­fi­sche Soft-ware mit Sitz in Neu­stadt an der Wein­stra­ße. Mehr als 50 Mit­ar­bei­ter ent­wi­ckeln am pfäl­zi­schen Stand­ort Anwen­der-Lösun­gen „Made in Ger­ma­ny“. Mit der Gründung im Jahr 1985 gehört SOFTTECH zu den deutsch­land­weit am längs­ten agie­ren­den Unter-neh­men für Soft­ware im Bau­we­sen. Neben den „klas­si­schen“ Kun­den­grup­pen wie Archi­tek­ten, Pla­ner und Inge­nieu­re nut­zen vie­le gro­ße deut­sche Indus­trie­un­ter­neh­men Pro­duk­te von SOFTTECH. Das in 35 Jah­ren erar­bei­te­te Know-how, wie CAD und Alpha­nu­me­rik opti­mal mit­ein­an­der arbei­ten, setzt die Fir­ma auch in bau­na­hen Bran­chen ein. Dazu gehö­ren unter ande-rem der Gerüstbau, das Faci­li­ty Manage­ment und der Beton­fer­tig­teil­bau. Mit einem welt­weit erfolg­rei­chen Pro­jekt-Manage­ment-Infor­ma­ti­ons­sys­tem (PIM) hat SOFT-TECH auch ein umfas­sen­des Ange­bot für gro­ße Architekturbüros, Pro­jekt­steue­rer und grö­ße­re Industrieunternehmen.

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