Thomas Eichinger, Geschäftsführer des BVBS; Foto © Julian Leitenstorfer

Foto © Juli­an Leitenstorfer

Aus der Ver­wal­tungs­pra­xis die digi­ta­le Zukunft des Bau­ens gestalten

Tho­mas Eichin­ger über sei­ne Zie­le als BVBS-Geschäftsführer

 

Ber­lin, 6. Juli 2026 – Tho­mas Eichin­ger hat am 1. Juli 2026 die Geschäfts­füh­rung des BVBS Bun­des­ver­band Soft­ware und Digi­ta­li­sie­rung im Bau­we­sen e. V über­nom­men. Im Inter­view spricht er über sei­ne beruf­li­chen Erfah­run­gen, sei­ne Moti­va­ti­on und die Zie­le, die er für den Ver­band und sei­ne Mit­glie­der verfolgt.

 

Sie waren vie­le Jah­re als Bera­ter im IT-Umfeld und als Land­rat des Land­krei­ses Lands­berg am Lech tätig. Wel­che Erfah­run­gen aus die­ser Zeit brin­gen Sie in Ihre neue Posi­ti­on im BVBS ein?

Bei­de Sta­tio­nen haben mich sehr geprägt. Ich habe Pro­jek­te gesteu­ert, unter­schied­li­che Inter­es­sen zusam­men­ge­bracht und gelernt, wie wich­tig ver­ständ­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on für erfolg­rei­che Ent­schei­dun­gen ist. Auch im BVBS gehört dies zu mei­nen wesent­li­chen Auf­ga­ben. Es geht ins­be­son­de­re dar­um, die The­men der Digi­ta­li­sie­rung im Bau­we­sen dort sicht­bar zu machen, wo Ent­schei­dun­gen getrof­fen wer­den. Auf ver­schie­de­nen Ebe­nen der Poli­tik möch­te ich daher Auf­merk­sam­keit schaf­fen und bewir­ken, dass die Anlie­gen der Bau­wirt­schaft erkannt und berück­sich­tigt werden.

 

Wel­che Aspek­te haben Sie dazu bewo­gen, die­se neue Ver­ant­wor­tung zu übernehmen?

Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on kann uns als Gesell­schaft ermög­li­chen, schnel­ler, wirt­schaft­li­cher und nach­hal­ti­ger zu bau­en. Damit lösen wir drän­gen­de Fra­gen unse­rer Zeit, zum Bei­spiel nach finan­zier­ba­rem Wohn­raum und gleich­zei­ti­gem öko­lo­gisch-nach­hal­ti­gem Bau­en. Poli­tisch ist das sehr span­nend, aber auch für mich per­sön­lich und beruf­lich. Dazu möch­te ich mei­nen Bei­trag leis­ten. Mich reizt beson­ders, unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven zusam­men­zu­brin­gen und gemein­sam trag­fä­hi­ge Lösun­gen zu entwickeln.

Ich habe als Land­rat vie­le Bau­pro­jek­te durch­ge­führt und dabei wie­der­keh­ren­de Her­aus­for­de­run­gen wahr­ge­nom­men: Zu oft schei­tern Pro­jek­te nicht am feh­len­den Know-how, son­dern an lang­wie­ri­gen Pro­zes­sen und zu stren­gen Regu­lie­run­gen. Ich möch­te dazu bei­tra­gen, schnel­ler bau­en zu kön­nen, ohne dabei Qua­li­tät ein­zu­bü­ßen – trotz hoher Anfor­de­run­gen. Das ist nur mit­hil­fe der Digi­ta­li­sie­rung von Pro­zes­sen in Pla­nung, Aus­füh­rung und Betrieb erreichbar.

 

Wie möch­ten Sie errei­chen, dass die Anlie­gen der Soft­ware­an­bie­ter und IT-Dienst­leis­ter bei Poli­tik und Ver­wal­tung bes­ser gehört werden?

Die Chan­cen der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on erschlie­ßen sich nicht von selbst. Des­halb müs­sen wir ihren Nut­zen für die Poli­tik und Ver­wal­tung, aber auch für die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit nach­voll­zieh­bar ver­mit­teln. Davon hängt auch ab, wie schnell digi­ta­le Lösun­gen in der Pra­xis ankom­men. Hier sehe ich einen wei­te­ren Schwer­punkt mei­ner Arbeit. Gute Kom­mu­ni­ka­ti­on macht die kom­ple­xen Zusam­men­hän­ge ver­ständ­lich. So lie­ßen sich die Mil­li­ar­den­in­ves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur­pro­jek­te in Deutsch­land effi­zi­en­ter ein­set­zen, wenn die bereits vor­han­de­nen aus­ge­reif­ten digi­ta­len Lösun­gen kon­se­quent auf allen Ebe­nen genutzt würden.

 

Wel­che Bedeu­tung mes­sen Sie der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on bei und wel­che Rol­le spielt der BVBS dabei?

Der BVBS bringt Soft­ware­wirt­schaft, Poli­tik und Ver­wal­tung zusam­men. Genau dar­in sehe ich eine unse­rer wesent­li­chen Auf­ga­ben. Nur wenn alle Betei­lig­ten gemein­sam han­deln, ent­fal­tet die Digi­ta­li­sie­rung ihr gesam­tes Potenzial.

 

Wel­che aktu­el­len The­men haben für Sie Priorität?

Kaum ein The­ma ent­wi­ckelt sich der­zeit so dyna­misch wie Künst­li­che Intel­li­genz. Hier gibt es einen hohen Erwar­tungs­druck von Auf­trag­ge­bern, Pro­jek­te noch schnel­ler, noch güns­ti­ger und mit hoher Qua­li­tät aus­zu­füh­ren. Das kol­li­diert mit vor­han­de­nen Regu­lie­run­gen und Sicher­heits­an­for­de­run­gen. In dem Bereich sehen wir uns dafür ver­ant­wort­lich, Trans­pa­renz her­zu­stel­len. Das ist ein sehr span­nen­des und dyna­mi­sches Umfeld.

 

Vie­len Dank für das Gespräch.

 

Über Tho­mas Eichinger

Tho­mas Eichin­ger, gebo­ren 1974, lebt in Schon­dorf am Ammer­see und ist Kreis­rat im Land­kreis Lands­berg am Lech sowie Bezirks­rat im Bezirks­tag von Ober­bay­ern. Nach sei­nem Jura­stu­di­um arbei­te­te Eichin­ger 12 Jah­re als Per­so­nal­be­ra­ter. Von 2014 bis 2026 war er Land­rat des Land­krei­ses Lands­berg am Lech. Seit 1. Juli 2026 hat er die Posi­ti­on des Geschäfts­füh­rers des BVBS übernommen.

 

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