Lärmschutzdeckel Hamburg-Altona, © Jaron Henkel<br />
und Hochtief AG

© IB&T Soft­ware GmbH

Kol­li­si­ons­prü­fun­gen stei­gern Bauqualität

Stra­ßen- und Brü­cken­pla­nung mit BIM

Pro­jekt­da­ten

Pla­nung: BIT Inge­nieu­re AG
Bau­soft­ware: card_1, DESITE BIM

Die Pla­nung einer Kreu­zung von Indus­trie­g­leis und einer neu geplan­ten Stra­ße erfor­der­te kom­ple­xe Berech­nun­gen der Schnitt­punk­te und die Prü­fung des Licht­raums für die Stra­ße unter dem Bahn­bau­werk. Die BIT Inge­nieu­re AG erkann­te, dass eine digi­ta­le Pla­nung in 3D im Sin­ne der BIM-Metho­de das Pro­jekt schnel­ler und prä­zi­ser vor­an­brin­gen wür­de. Zudem unter­stützt die vom Unter­neh­men ein­ge­setz­te Soft­ware card_1 die BIM-Metho­dik und ver­fügt über einen Brü­cken­ge­ne­ra­tor. Die­ser kann die Brü­cke ver­ein­facht in 3D erzeu­gen und mit ihm ist das Licht­raum­pro­fil leicht zu prüfen.

 

Kom­pe­tenz und Stan­dards schaffen

Um die teil­wei­se feh­len­den BIM-Stan­dards im Tief- und Stra­ßen­bau aus­zu­glei­chen, schaff­te das standort­über­grei­fen­de BIM-Kom­pe­tenz­team intern Stan­dards, mit denen suk­zes­si­ve die Pro­jekt­vor­la­gen auf­be­rei­tet wur­den. Der Daten­aus­tausch per IFC, zum Bei­spiel von Brü­cken- und Stütz­bau­wer­ken, ver­lief erfolg­reich und die Pro­jekt­be­tei­lig­ten arbei­te­ten vor­zugs­wei­se mit den Daten in 3D weiter.

 

Sinn­vol­le Attri­bu­te festlegen

Für das Pro­jekt wur­de ein Bestands­plan als DWG gelie­fert, in card_1 per DWG-Import ein­ge­le­sen und die Daten­co­die­rung an die BIT-inter­nen Vor­ga­ben ange­passt. Dar­aus ließ sich ein digi­ta­les Gelän­de­mo­dell ablei­ten. Die Tras­sie­rung des Stra­ßen­kör­pers erfolg­te klas­sisch über Ach­se, Gra­di­en­ten und Sta­ti­ons­da­ten. Mit den card_1 Modu­len Brü­cken­ge­ne­ra­tor und 3D-Tras­sen­kör­per wur­de das 3D-Brü­cken­werk zu den gene­rier­ten Ver­kehrs­we­gen erzeugt (sie­he Abb.). Sowohl die Ver­kehrs­we­ge als auch das Brü­cken­bau­werk wur­den mit sinn­vol­len Attri­bu­ten ver­se­hen und mit ent­spre­chen­den Wer­ten befüllt.

Kol­li­si­ons­prü­fun­gen schaf­fen neue Entscheidungsbasis

Bei der Pla­nung galt es, die ver­schie­de­nen Vor­ga­ben des Auf­trag­ge­bers zu berück­sich­ti­gen. So soll­te die Gleis­hö­he unver­än­dert blei­ben. Dies erfor­der­te, das Brü­cken­bau­werk unter­halb des Gleis­bet­tes ein­zu­bau­en. Unter dem Gleis kreuz­te ein Kanal in der Dimen­si­on DN800, der eben­falls in der Lage erhal­ten blei­ben soll­te. Bei­des ließ sich pla­ne­risch nicht in Ein­klang brin­gen, denn die Stra­ßen­un­ter­füh­rung muss­te auf­grund des hohen Grund­was­ser­stands über­flu­tungs­si­cher her­ge­stellt wer­den. Die Höhen­dif­fe­renz zwi­schen Gleis und Kanal, in der die Stra­ße unter­ge­bracht wer­den soll­te, erwies sich als Pro­blem. Sei­tens der Trag­werks­pla­nung des Brü­cken­bau­werks wur­den ver­schie­de­ne schlan­ke Brü­cken­kon­struk­tio­nen unter­sucht. Die BIT Inge­nieu­re AG prüf­te mit der Think­pro­ject-Lösung DESITE BIM die Kol­li­si­ons­frei­heit der Vari­an­ten zwi­schen dem Kanal DN800 und dem Trogbauwerk.

Eben­so erfolg­te die Kol­li­si­ons­prü­fung des Licht­raum­pro­fils mit dem Brü­cken­bau­werk mit vor­ge­se­he­ner Grund­was­ser­wan­ne in Abhän­gig­keit des gewähl­ten Brü­cken­quer­schnitts. Am Ende der Prü­fun­gen muss­te ent­schie­den wer­den, ent­we­der den Kanal umzu­ver­le­gen oder das Gleis anzu­he­ben. Aus Kos­ten­grün­den und auf­grund des gerin­ge­ren Auf­wands wur­de in Abstim­mung mit dem Auf­trag­ge­ber das Gleis um 0,5 Meter angehoben.

Der Stra­ßen­kör­per wur­de in card_1 attri­bu­tiert nach Belas­tungs­klas­se, Asphalt, Bau­ab­schnitt und die Bor­de nach Bau­ab­schnitt, Quer­schnitt und Mate­ri­al. Eine Daten­prü­fung mit DESITE BIM ergab, dass die Höhen­la­ge der Stra­ße opti­miert wer­den musste.

Les­son Learned

Das Pro­jekt lie­fer­te wich­ti­ge Erfah­run­gen mit der BIM-Pla­nungs­me­tho­de, dem Daten­aus­tausch und den Prü­fun­gen. In der Pro­jekt­be­ar­bei­tung bei der BIT Inge­nieu­re AG hat sich BIM eta­bliert. Um Auf­trag­ge­bern einen bes­se­ren Ein­druck von der Pla­nung zu ver­schaf­fen und die Pla­nun­gen zu kon­trol­lie­ren, setzt das Pla­nungs­bü­ro inzwi­schen eine VR-Bril­le ein. Bei der vir­tu­el­len Bege­hung las­sen sich Pla­nun­gen in ihrer Wir­kung auf den Betrach­ter beur­tei­len und schnell und unkom­pli­ziert kor­ri­gie­ren – ein Gewinn für Pla­ner und Auftraggeber.

Wei­te­re Best Prac­ti­ces für Infrastrukturprojekte

Die­ser Bei­trag ist Teil unse­rer Bro­schü­re „Digi­ta­le Lösun­gen für Infra­struk­tur­pro­jek­te“. Ent­de­cken Sie dar­in zahl­rei­che wei­te­re Best-Prac­ti­ce-Bei­spie­le.
Laden Sie hier unse­re Bro­schü­re als pdf-Datei herunter: 

Best-Practice-Broschüre Digitale Loesungen_im Infrastrukturbau

BVBS-Best-Prac­ti­ce-Bro­schü­re zum Tief- und Infrastrukturbau

Digi­ta­le Lösun­gen für Infrastrukturprojekte

Aus­ga­be: Novem­ber 2025

Down­load pdf-Datei (5 MB)

de_DE